Schule „la lumière-das Licht“

28. Mai 2021 | Aktuelles, Bildung

Das Leben der körperbehinderten, obdachlosen Kinder auf den Straßen Guineas birgt viele Risiken. Sie sind sozial diskriminiert und Opfer tiefsitzender Vorurteile. Eine öffentliche Schule werden sie nie besuchen, da das nötige Schulgeld fehlt und Barrieren den Schulbesuch verhindern. Das wollten wir ändern, denn jedes Kind hat ein Recht auf Bildung.

Dank großzügiger Spenden haben wir unser bis dato größtes und nachhaltigstes Projekt „la lumière – das Licht“ auf die Beine gestellt. Los ging es im Jahr 2014 mit der Verschiffung der Schulmöbel von Deutschland nach Guinea/Westafrika. Doch aufgrund der bisher größten Ebola-Epidemie 2014 verzögerte sich der Schulstart. 2015, ein Jahr später, eröffnete unsere Schule. Im Laufe der Zeit ist das Projekt stetig größer geworden und im wahrsten Wortsinn ein Spender von Hoffnung und Licht für viele Kinder vor Ort geworden, deren Eltern körperbehindert und obdachlos sind.

117 Kinder und Jugendliche werden heute von unseren Lehrern vor Ort unterrichtet: Madame Souarè, Molou Beavogui , Aboubacar Souaré und Moussa Soropogui. Die Kinder starten mit dem Schulfrühstück. Um 14:00 Uhr bekommen sie täglich eine warme Mahlzeit.  Nana Camara sorgt als Köchin für das Schulessen.

Für fast alle Kinder ist das Essen in der Schule die einzige Mahlzeit am Tag. Eine mobile Wasserfilteranlage sorgt zudem dafür, dass unsere Schülerinnen und Schüler bedenkenlos keimfreies Wasser trinken können. Seit April 2017 können die Schulkinder in einer kleinen Bibliothek französischsprachige Bücher lesen. Damit Spaß und Bewegung nicht zu kurz kommen, haben wir die „aktive Pause“ eingeführt.

Zu Schuljahresbeginn und am Ende des Schuljahres werden die Kinder in der Schule ärztlich untersucht. Dr. Aziz Camara führt die Untersuchungen durch. Höhepunkte im Schuljahr sind das Fußballturnier, das Schulfest und die Projektarbeit zu einem Thema.

Wöchentlich findet der Computer-Unterricht statt. Unser Computerassistent Herr Sow, selbst körperbehindert, kümmert sich mit Leidenschaft um diese Aufgabe. Ein Extragenerator versorgt die Computer mit Strom. Die Computer sind eine Spende von Labdoo e.V.

Aboubacar Souaré

„Ich arbeite seit Oktober 2020 an der Schule „la lumiére- das Licht“.
Ich habe eine Ausbildung als Grundschullehrer. Die Arbeit mit den Kindern ist mir sehr wichtig, denn sie sind die Zukunft des Landes.“

Nana Camara

 „Seit 2018 koche ich täglich für die Kinder von „la lumiére“. Die Arbeit macht mir großen Spaß. Früher lebte ich mit meinem körperbehinderten Mann und meinen Kindern unter einer Brücke. Jetzt habe ich ein regelmäßiges Einkommen. Ich stehe um 6:00 Uhr auf, gehe auf den Markt, um alle Zutaten für das tägliche Mittagessen einzukaufen. Dann geht es los. Zuerst wird der Kochgrill mit Holzkohle angeheizt, damit der Reis bis zum Mittag fertig ist. Die Soße bereite ich auf einem separaten Kochgrill zu. Gegen 14:00 Uhr ist alles fertig. Jede Klasse bekommt das Essen in großen Schüsseln in den Klassenraum gebracht. Dort wird es auf den Tellern für jedes Kind verteilt. Mittlerweile koche ich für 117 Kinder.“

Moussa Soropogui

„Ich arbeite seit 2019 an der Schule „la lumiére – das Licht“ und unterrichte die Jüngsten. Ich habe eine Ausbildung als Grundschullehrer und bin qualifiziert für den Einsatz von Computern im Unterricht. Ich liebe die Arbeit mit den Kindern, denn sie sind die Zukunft des Landes.“

Mamadou Sow 

„Ich bin 30 Jahre alt. Seit der Gründung der Schule „la lumiére – das Licht“ 2015 arbeite ich als Hausmeister und Computerassistent. Ich habe eine Informatiker-Fortbildung besucht. Meine Aufgaben in der Schule: Kontrolle des Schulgebäudes und des Mobiliars, Reparaturen in der Schule, Pflege des Schulhofs und seit Januar 2021 die Brote für das Schulfrühstück holen.“

Madame Souaré

 „Ich arbeite in der Schule „la lumiére – das Licht“ seit 2018 als Lehrerin und im Schulleitungsteam. Ich habe zwei Diplome: der Universität und der Lehrerausbildungsschule ENI.  Ich liebe die Arbeit mit den Kindern, weil ich zu ihrer Erziehung beitragen und die Rolle ihrer Mutter und mittlerweile ihrer Großmutter ausüben möchte.“

Dr. Aziz Camara

 „Ich habe Medizin an der Gamal-Abdel-Nasser Universität in Conakry studiert. Mein Studium konnte ich in China vertiefen. Meine Doktorarbeit setzt sich mit der Kardiologie auseinander. Ich habe mich weiter qualifiziert in den Fachbereichen Chirurgie (auch Notfallchirurgie), Gynäkologie und Kinderheilkunde. Die Kinder der Schule „la lumière – das Licht“ werden zweimal im Jahr untersucht. Die Kosten übernimmt der Verein „Hilfe für Guinea e.V.“. Diese Konsultationen sind sehr wichtig, weil ich dadurch denen helfen kann, die es wirklich nötig haben. Wie alle Kinder in Guinea leiden sie an verschiedenen Krankheiten, es mangelt an Hygiene und abwechslungsreicher gesunder Ernährung. Die Kinder kommen aus sehr armen Familien, die sich eine medizinische Behandlung nicht leisten können. Die häufigsten Krankheiten sind Malaria, Darmkrankheiten, Mangelernährung, Hautkrankheiten und Atemwegserkrankungen.“

Molou Beavogui

„Seit 2018 arbeite ich an der Schule „la lumiére das Licht“ als Lehrer und im Schulleitungsteam. Ich habe an der Julius-Nyerere-Universität in Kankan (Guinea) studiert. Außerdem habe ich auch eine Schulleitungsausbildung absolviert, die 2014 von der Direction Préfectorale d’Eduction DPE durchgeführt und zertifiziert wurde. Zu meinen Aufgaben im Schulleitungsteam gehört, dass ich auf die Durchführung der Unterrichtsinhalte achte. Ich treffe mich regelmäßig mit den anderen Lehrern, um sie bei der Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts zu unterstützen. Ich halte Kontakt zur Direction Préfectorale d’Eduction DPE. Ich komme immer morgens als erster und gehe am Abend als letzter nach Hause. Ich liebe die Arbeit mit den Kindern – sie sind die Zukunft des Landes. Die Kinder geben mir viel Energie und Freude, wenn ich sehe, wie sie lesen und schreiben lernen.“

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